Dogfights of the new Millenia
Hundekämpfe sind illegal, das wissen wir hier alle. Dennoch wirkt der Urinstinkt des Kampfes bis zum Ende eine Faszination aus, die man nur schwer beschreiben kann. Adrenalin. Panik. Erregung.
Das Prinzip ist das Gleiche, nur die Regeln haben sich im Laufe der Jahre etwas verändert. Es wird immer einer gegen einen gekämpft, ohne Ausnahme. Ein Hund gegen einen Mensch, keine Waffen.
Der Ring ist eigentlich ein Quadrat und ist Sieben mal Sieben Meter groß. Satanas ist ein Rotweiler und er ist der linken Ecke angekettet. Ihm rinnter der Speichel aus dem Maul und sein Gebäll klingt wie der Kampfschrei eines Wikingers. Er fletscht die Zähne und reißt wie wild an seiner Kette.
Auf der andere Seite steht Victor, er bewegt sich nicht, sonder staart Satanas nur an und grinst dabei wie der Teufel persönlich. Seine Augen funkeln und sein ganzer Körper ist angespannt. Er trägt eine ausgewaschene schwarze Jean und zerfetzte Sneakers. Sein Oberkörper ist nackt und überseht von Narben, manche frisch, manche schon Jahre alt. Es ist unklar woher er die Narben hat, da er hier erst seit einigen Wochen mitkämpft.
Niemand ist sich sicher woher er kommt. Er kam an einen Abend einfach vorbei und wollte gegen den Sieger kämpfen. Neue sind hier nicht willkommen, aber man ließ den damaligen Sieger, Bestia, auf ihn los. Victor hatte sie innerhalb von wenigen Minuten unter seinen Arm eingeklemmt aber zeigte Mitgefühl dem Halter gegenüber und ließ sie am Leben. Seit dem kämpft er fast jede Woche hier. Er will nichtmal das Preisgeld, aber die Regeln besagen, dass der Gewinner es nehmen muss, also tut er es.
Satans rennt auf Victor zu, der Speichel fliegt durch die Luft und das Gebrüll der Menge übertönnt das Gebell. Victor steht noch immer ruhig da und lächelt, Satanas versucht sein Bein zu erwischen, jedoch springt Victor ein Stück zur Seite und er verfehlt ihn. Jetzt scheint er noch wütender zu sein und versucht ihn anzuspringen. Victor schlägt blitzschnell mit seinen Ellbogen auf den oberen Teil von seinen Kopf, dass er zu Boden knallt. Er schüttelt sich kurz und hechtet wieder auf Victor zu. Victor dreht sich zur Seite und setzt sich auf Satanas’ Rücken. Er schnapp seinen Kopf und hält das Maul mit Beiden Händen auf. Satanas wendet sich und versucht Victor loszuwerden, dieser sitz jedoch fest auf seinen Rücken und drück den Hund ihn mit Leichtigkeit zu Boden.
Victor setzt ein Grinsen auf, dass alle wissen, dass der Kampf nun vorbei ist. Er reißt seine Hände auseinander und ein lautes Knacken hallt durch den Raum, danach hört man ein Wimmer. Mit gebrochenen Kiefer versucht er nocheinmal Victor von seinen Rücken zu bekommen. Das Blut rinnt nun wie zuvor schon der Speichel und der Boden beginnt sich langsam rot zu färben.
Alle wissen, dass der Kampf vorbei ist und Victor erlöst das Vieh von seinen Qualen und bricht ihn mit einer schnellen Drehung das Genick, der leblose Körper klatscht zu Boden.
Einige Leute fluchen, andere freuen sich über ihre gewonnen Wetten, der Besitzer wirft das Halsband zu Boden, schüttelt den Kopf und verschwindet leise.
“Wirst du diese Spielerein nicht langsam satt?” frage ich ihn.
“Du kennst mich nun schon so lange, ich weiß es ist nicht wie damals in Rom und du bist dir zu gut dafür, aber ich brauche den Kampf einfach”, antwortet er mir und zündet sich eine Zigarette an, während wir Richtung Auto gehen.